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Wie ist das eigentlich grundsätzlich mit dem Kindesunterhalt für minderjährige Kinder?

Der Unterhaltsbedarf eines minderjährigen Kindes setzt sich aus dem Betreuungs- und dem Barunterhalt zusammen. Lebt das Kind nach einer Trennung nur bei einem Elternteil und hat mit dem anderen Elternteil Umgang, leistet der Elternteil, bei dem das Kind lebt, den Unterhalt durch die Betreuung, der andere Elternteil hingegen leistet Unterhaltszahlungen.
 
Die Höhe der Zahlung richtet sich nach der „Düsseldorfer Tabelle“, die i.d.R. jährlich angepasst wird und im Internet leicht zu finden ist. Welcher Unterhalt konkret zu zahlen ist, hängt vom Jahresnettoeinkommen des zur Zahlung verpflichteten Elternteils ab, welches durch 12 geteilt wird, so dass sich ein Monatsbetrag ergibt. Von diesem sind ggf. weitere Abzüge vorzunehmen, wie zum Beispiel zusätzliche Altersvorsorge oder Fahrtkosten zum Arbeitsplatz. Dies bedeutet, dass für die Berechnung alle Einnahmen zugrunde zu legen sind, die innerhalb eines Jahres erzielt werden, also auch Sonderzahlungen.

Das Elternteil, bei dem das Kind lebt, leistet den Betreuungsunterhalt, wenn die Pflege und Erziehung des Kindes weitgehend in eigener Person erfolgt (OLG Hamm, FamRZ 1991, 104, 105). Dabei schadet es nicht, wenn das betreuende Elternteil voll erwerbstätig ist und das Kind tagsüber in einer Einrichtung oder von Verwandten betreut wird, (BGH, FamRZ 1980, 994; BGH, FamRZ 1981, 543).

Der Barunterhalt ist in Form einer Geldrente zu zahlen, und zwar zum 1. eines Monats und monatlich im Voraus. Der Unterhalt für Mai ist also zum 1. Mai eingehend auf dem Konto des betreuenden Elternteils zu zahlen. Der Barunterhalt umfasst alle Aufwendungen, die das Kind zur Lebensführung benötigt (§ 1610 Abs. 2 BGB), insbesondere Kosten für Ernährung, Bekleidung, Körper- und Gesundheitspflege, Haushaltssachen, sämtliche Kosten des Wohnens, Fahrkarte, alle Freizeitinteressen (Musik,Sport), Schulbedarf, Urlaubs- und Taschengeld gehören. Sollte das Kind nicht bei einem Elternteil in der Kranken- und Pflegeversicherung mitversichert sein, sind zusätzlich zum Unterhaltsbetrag nach der Düsseldorfer Tabelle auch die Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung, vom Barunterhalt zahlenden Elternteil zu tragen. Darüber hinaus können weitere Zahlungen im Rahmen eines Sonder- oder Mehrbedarfs entstehen. Hierzu mehr an anderer Stelle.

Der Elternteil, der die Zahlungen leisten muss, hat im Übrigen kein Bestimmungsrecht darüber, wofür der betreuende Elternteil die Zahlungen verwendet!

Der Barunterhalt ist für jeden Monat im Jahr zu zahlen und selbst dann, wenn das Kind mit dem zahlenden Elternteil 4 Wochen im Urlaub ist.
Das Kindergeld wird stets nur an ein Elternteil gezahlt, und zwar nach der Trennung auf jeden Fall an das Elternteil, bei dem das Kind lebt. Es steht aber beiden Elternteilen je zur Hälfte zu. Daher wird das halbe Kindergeld mit dem Tabellenbetrag des Unterhalts verrechnet. Zu zahlen ist also nicht der Tabellenbetrag der Düsseldorfer Tabelle, sondern Tabellenbetrag – jeweils gezahltes halbes Kindergeld. Beispiel aktuell: Bei einem Einkommen bis netto 1500 ist für ein 5 Jahre altes Kind ein Tabellenunterhalt in Höhe von 335 Euro – halbes Kindergeld zu zahlen, mithin aktuell in 2016 240 Euro. Wenn man die Düsseldorfer Tabelle über die Internetseite des OLG Düsseldorf aufgerufen hat und dann bis zu zum Ende des Textes scrollt, kommt man zu einer Tabelle mit den Zahlbeträgen.

Ferner ist je nach Alter des Kindes ein unterschiedlicher Unterhalt zu zahlen. Es gibt drei Altersstufen für Minderjährige: Bis zum 6. Lebensjahr, bis zum 12. Lebensjahr, bis zum 18. Lebensjahr. Bereits ab dem Monat, in dem das Kind 6 bzw. 12 Jahre alt wird, ist der jeweils höhere Unterhalt zu zahlen.
 

Die Berechnung des Einkommens, nach dem sich der Unterhalt richtet, ist manchmal nicht einfach. Insbesondere gibt es zwischen den Eltern immer wieder Streit darüber, was vom Einkommen des Unterhaltspflichtigen noch abziehbar ist. Anwaltliche Hilfe ist hier sinnvoll, sowohl für denjenigen, der Unterhalt zahlen soll, als auch für denjenigen, der Unterhalt für sein Kind geltend machen möchte. Gerne helfe ich Ihnen insoweit, die richtigen Grundlage für den Unterhalt zu ermitteln